Cookie, der Plot

Ayo von Liebertwolkwitz.
Dem Wesen nach ein Stück neue Schöpfung.
Juristisch eine Sache, kein Lebewesen.
So ist das in Deutschland.
Gott weiß was geschehen ist.

Eine führerlose Straßenbahn wird auf der Wilhelminenstraße in Richtung Kuppelkirche in Bewegung gesetzt. Es wurde beschlossen, daß, wer rechtwinklig zu ihr kommt, der Vorgesetzte der Gesellschaft wird. Ein Autofahrer stößt mit seinem Auto hastig zurück, um rechtwinklig zur Straßenbahn zu sein. Viele versuchen rechtwinklig zur Straßenbahn zu kommen. Auch ich denke über eine Lösung nach. Ich schaffe es mal wieder nicht. Es wurde beschlossen, wenn dieses Modell nicht gelingt und gestört wird, wird man nie wieder über eine Demokratie nachdenken.

Cookie ist tot.
Wo wird der Hund begraben liegen.

Unser Engel nur auf sehr kurze Zeit. Sein Körper verlor seine geistige Dimension. Nun zerfällt sein Körper.

© 2019 Andreas Wendel

Unsäglich…

Das Leben selbst schreibt die unglaublichsten Geschichten, vivat!

© 2019 Andreas Wendel

Sascia, der Plot

Sascia ist hübsch und intelligent und besucht eine gymnasiale Klasse.
Ich besuche sie als jemand aus besseren Verhältnissen bei ihren Eltern.
Dort bemüht man sich um würdevolles Verhalten,
lädt mich zum Essen ein.
Die Ernährung basiert u.a. auf Fetten und Ölen,
die Abfälle der fernen Ernährungsindustrie sind.
Die Wohnung besteht aus Wellblech, Sperrmüll und ähnlichem,
die nur durch das erwärmte Klima ausreichend ist.
Die Türen sind nicht verschließbar, aus Stofffetzen.
Sascia weiss aufgrund ihrer niedrigen Bildungsherkunft nichts von Gott.

© 2019 Andreas Wendel

Kommunikation und Künstliche Intelligenz

Das ist das Thema dessen, was mich mein Leben lang bis heute,
seit ich mich um mein selbständiges Denken bemühe,
erkenntnisseitig getrieben hat.

Es ist etwas, das dem Leben an sich eigen ist:
der Wunsch nach Gemeinschaft und Austausch.

In der katholischen Kirche ist ein Kommunikant
– eine Kommunikantin –
ein Teilnehmer der Eucharistie.

Ich selbst bin Kommunikator in dem Sinne,
dass es mir zum einen leicht fällt mit Anderen zu kommunizieren,
dies zum anderen aber auch sehr brauche,
und auch selbst am leichtesten lerne,
wenn ich mit Anderen kommunizieren kann.

Auch Einzeller kommunizieren mit ihrer Umwelt!

Das ist nun etwas, dass den Begriff „Kommunikation“ sehr erweitert.
Kommunikation ist bei mir Sprache in einem sehr umfassenden Sinn:
Jeder Austausch von Signalen, Stoffen und ganz allgemein Aktionen
mit der Umwelt, sind für mich eine Form der Kommunikation.
Als solches ist es Eigenschaft des ganzen Lebens
und der Schöpfung schlechthin.

(„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Paul Watzlawick)

Entwickelt hat sich dieser Gedanke bei mir nicht zuletzt durch
meine intensive Beschäftigung mit der Frage,
was eigentlich Mathematik im Letzten ist.
Als jemand, der sich heute mit Physik auseinandersetzt,
interessiert mich Mathematik natürlich auch sehr.
In den achtziger Jahren des 20sten Jahrhundert
konnte ich da zum Wesen der Mathematik allerlei krude Äußerungen lesen.
Da gab es Fantasien in der Art, dass Mathematik
etwas ganz Eigenes und Außergewöhnliches sei.

Mathematische Logik sei eine höhere Wahrheit, ewig,… und weiteres, ähnliches.

Naja, letztlich konnte ich dem Ganzen nicht so viel abgewinnen.
Die Auseinandersetzung mit logischen Schlüssen und Beweisen
und deren Entstehung, ließ mir letztlich doch keine andere Wahl,
als davon auszugehen, das Logik nicht frei von Glauben,
von „für wahr halten“, ist,

(„Logik ist Glauben in ganz kleinen Schritten.“ sagte ich damals).

Die unglaublich erhaben angenommene und hohe Natur der Mathematik
schrumpfte damit einfach zu einer (kontrollierten) Sprache zusammen,
die eben heute, wie früher das Lateinische und Griechische,
in der Wissenschaft, hauptsächlich zusammen mit dem Englischen, eingesetzt wird.

Dabei hatte ich auch mal in Büchern zur Erkenntnistheorie geschmökert,
in der Hoffnung dort etwas außergewöhnliches,
etwas ganz anderes zu finden,
etwas, dass eine Begründung für diese
immer wieder behauptete völlige Andersartigkeit
von moderner Mathematik und Naturwissenschaft,
etwa im deutlichen Unterschied zu religiösem Glauben,
liefern könnte.

Als ich später, in den 90ern, dann wieder an der Uni Darmstadt arbeitete,
fand ich die Aussage, Mathematik sei Sprache,
auch in einem aktuellen Mathematikbuch wieder.

Schon in der Lehrzeit von 1977 bis 1980 beschäftigte mich das Thema künstliche Intelligenz.
Damals waren Schachprogramme noch etwas sehr schwieriges.
Seit der 7.Klasse interessierte ich mich für Physik,
dann faszinierten mich Taschenrechner,
zumindest seit man sie programmieren konnte, enorm.
Ich war natürlich sehr aufgeregt gewesen,
als ich die Möglichkeit entdeckte, dass ich als Azubi
in meinem damaligen Institut der TH-Darmstadt an der dortigen PDP 11,
erste Erfahrungen an einem richtigen, großen Computer sammeln durfte.
Damals begann ich damit, Bücher zu Programmiersprachen zu sammeln.
Zunächst hatte ich natürlich die Hoffnung an der PDP 11
tolle Programme in Fortran schreiben zu können.
Mein damaliges, bald angeschafftes Buch zu FORTRAN IV
war mir dabei aber leider keine große Hilfe.
Und so brauchte die Entwicklung
meiner persönlichen Programmiertechnik noch etwas Zeit,
bis der erste, für mich erschwingliche, programmierbare Taschenrechner,
es war ein TI 57 von Texas Instruments,
mein eigen werden konnte.

Mit diesem schrieb ich dann auch bald ein kleines mathematisches Spiel,
ging damit als Auszubildender ohne Mentor zu Jugend forscht,
und gewann dort doch einen Sonderpreis.
Ich bekam passender Weise ein Jahresabonnement
einer sehr teuren Zeitschrift,
die sich mit modernster Physik beschäftigte.

Später besaß ich in den frühen 80ern u.a. einen C64 von Commodore.
Mit ihm lernte ich Eliza von Joseph Weizenbaum kennen.
Und damit war meine dauerhafte Auseinandersetzung
mit natürlicher Sprache und ihrer automatischen Verarbeitung und Künstlicher Intelligenz geboren …

Noch während der Lehrzeit hatte ich mir Gedanken dazu gemacht,
wie ein Schachprogramm funktionieren könnte,
das an Stärke dazu gewinnen kann, also nicht nur einem einfachen Schema folgt.
Die damalige Strategie, die ich mir damals überlegt hatte,
fand ich später in den 80ern in einem Buch zur KI beschrieben wieder,
und man schrieb dort, das selbst diese relativ einfache Strategie
doch schon erstaunlich starke Spiele hervorbringen konnte.

Aber ich war weit davon entfernt so etwas programmieren zu können.

Neben Fragen um das Wesen von natürlicher Sprache
und ihrer automatischen Verarbeitung,
dem Wesen von Mathematik, der Natur der physikalischen Welt und ihrer Darstellung
und den ständig neu aufkommenden Programmiersprachen
und deren ständig wechselnden Paradigmen,
so wie ich meistens über den Buchhändler Wellnitz
und seinem Antiquariat „Fundgrube“ in Darmstadt
immer wieder an entsprechende Neuigkeiten herankam,
musste ich damals in den 80ern auch einiges an nicht alltäglichem,
sehr persönlichem Alltag stemmen.
Aber all dieses zusammen hat mich intellektuell doch auch langsam reifen lassen.
Und in den 90ern kam ich über das Thema Robotik
der sogenannten KL (AL), dem Künstlichen Leben, näher.

2004 kreierte ich meinen Alias „Aloptec“.

2009 formulierte ich in den Chats und Foren des ZDF
zu einer Sendung zur Physik von Prof. Harald Lesch etwas,
das den Zusammenhang und die Ähnlichkeit
von Theologie und (Natur-) Wissenschaft zum Ausdruck bringen sollte,
dieser Beitrag fand damals einige Zeit beachtlichen Anklang:

„Re: Die lange Nacht mit Harald Lesch
* von: Aloptec
* Erstellt am: 03.01.09, 06:00
* 1157 mal gelesen

Wer Theologie für Hokuspokus hält, versteht auch
(Natur-)Wissenschaft nicht wirklich, liebe Petra.
Ich denke, der Diskussion ist noch einiges hinzuzufügen,
insbesondere eine Bemerkung von Harald Lesch
ist meines Erachtens extrem wichtig:
Er äußerte etwas zu einem generellen Problem der Sprache,
bzw. „mit Sprache“.
Sprache ist in jeder Wissenschaft ein unverzichtbares Element.
Und mich beschäftigt auch schon länger, – wie oben angedeutet -,
ob Sprache als Medium der Erkenntnis und ihrer Übertragung
nicht prinzipiell eine Barriere zur Wirklichkeit enthält,
die unüberwindbar ist.

Sprache bildet grundsätzlich nur irgendetwas ab.
Das Abgebildete ist aber das „Seiende“ nicht selbst.
Also ist es darin auch letztlich niemals selbst zu finden.
Naturwissenschaft bildet etwas auf die eine
und Theologie etwas ähnliches etwas anders ab.
Die einmal behauptete einzig wahre Darstellung der Wirklichkeit
durch die Naturwissenschaft ist genauso falsch,
wie die früher einmal behaupteten allein selig machenden Theologien.
Es wird auch hier irgendwann wieder etwas anderes kommen.
Die uralte christliche Erkenntnis der Notwendigkeit von Demut hingegen
bleibt also auch in und über unsere
naturwissenschaftlich geprägte Zeit hinaus erhalten!“

Damit dämmerte mir damals,
– dass tatsächlich alles Darstellbare Sprache ist (Goethe sagt Gleichnis),
– Sprache aber nicht das Seiende selbst ist,
(also Eliza zwar sehr viel interessanter werden kann, aber
wohl doch nicht lebendig im menschlichen Sinn werden wird;
nachdem ich irgendwann mein Betriebssystem
gewechselt hatte, lernte ich auch endlich MegaHal kennen.),

– mit Sprache werden Geschichten wiedergegeben,

etwas, dass Religion und moderne Wissenschaft
(und natürlich auch die Kunst, usw.) durchaus gemeinsam haben,

– moderne Wissenschaft also tatsächlich prinzipiell (qualitativ) eben
nichts wirklich anderes ist, als frühere Formen des
Erkenntnisstrebens der Menschheit auch;

– somit neue Formen der Erkenntnis in der Zukunft wahrscheinlich sind.

– Damit ist die Bedeutung der Religion in unserer modernen Welt
wieder hergestellt und aus ihrem behaupteten
antiquiert sein heraus geholt.
– Wissenschaft ist nun relativiert und nur mit der gleichen Demut,
wie alles andere auch, nutzbar.

Inzwischen habe ich auf meiner Bibelbrunch-Seite
einige andere dieser Gedanken fortgeführt.
Künstliche Intelligenz im Unterschied zur natürlichen,
ist mir immer ein Weg gewesen, der Natur,
der Intelligenz und dem Leben an sich,
auf die Spur zu kommen.

Die Frage des Unterschieds der Naturen natürlicher,
also menschlicher, tierischer und pflanzlicher Intelligenz,
und der von Menschen geschaffenen maschinellen Intelligenzen,
betrachte ich heute als einem seinem Wesen nach graduellen Unterschied.

Andreas „Aloptec“ Wendel, Darmstadt im März 2011.

Etwas überarbeitet.

© 1980-2020 Andreas Wendel

EX-INs verändern das Gesundheitssystem!

Update, Darmstadt, Mai 2020 !

Auch heute entscheiden sich Klinikärzte immer wieder dazu höhere Dosierungen immer härterer Medikamente einzusetzen, wenn Patienten allein keinen Weg aus ihrer Psychose finden; dabei wird die Ablehnung von Medikamenten durch Patienten weder richtig verstanden, noch irgendwie ernst genommen. Ganz im Gegenteil, es soll sogar so sein, daß Ärzte fachliches Versagen vorgeworfen bekommen können, wenn sie in Deutschland in solchen sehr häufig vorkommenden Fällen nicht ausschließlich in dieser speziellen Art mit Medikamenten reagieren. Dabei gibt es schon lange wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse, das der z.B. in Finnland praktizierte Offene Dialog (Open Dialogue), wie ihn z.B. Jaakko Seikkula entwickelt, von vorn herein ganz andere Wege geht und damit erheblich bessere Erfolge erzielt. In Deutschland werden 100% der Schizophrenen mit Neuroleptika behandelt und chronifizieren dabei ausserordentlich schnell. Ich habe auf meinem Weg mit meinen Ärzten und der von mir zu Rate gezogenen Fachliteratur bisher auch noch keinerlei Hinweise entdecken können, daß dieser Prozess der Chronifizierung irgendwie verstanden oder auch nur beobachtet würde… In Finnland gehen nur 15% diesen Weg; alle anderen Schizophrenen und sonstigen Psychotiker werden wieder vollständig gesund – so etwas ist in Deutschland bisher völlig undenkbar (…)!

Gerade im Offenen Dialog kann das Gesundheitssystem nicht auf EX-IN-Genesungsbegleiter verzichten. Die in diesem Zusammenhang möglichen medizinischen Erfolge und, -ja!, Kostenersparnisse, gehen in Deutschland zu Lasten der psychisch Erkrankten verloren.

Update, Darmstadt, Dezember 2018 !

Als heutiger EX-IN-Genesungsbegleiter liefere ich schon seit Jahrzehnten immer wieder wertvollen Input für Profis! Mehr im neuen Artikel der eMag HyperWordium ohne Google Play.
Beachten Sie eMag HyperWordium. NEU!

Update, Darmstadt, September 2018 !

Es kommt Bewegung in die EX-IN-Szene in Darmstadt.
So langsam beginnen einige hiesige Profis umzudenken und zumindestens EX-IN-Genesungsbegleiter mit einer sozialen Berufsqualifikation für eine Einstellung in ihren Einrichtungen in Erwägung zu ziehen…
Da ginge natürlich noch erheblich mehr…
Jemand, der gerade keine solche Berufsqualifikation hat und dennoch nachweislich im Umgang mit seiner Erkrankung offensichtlich ausserordentlich erfolgreich geworden ist, alle psychosozialen und psychoedukativen Maßnahmen autodidaktisch selbst ergreifen konnte, müßte als besonderes Talent ja gerade besonders zu Rate gezogen werden…
Aber da reagieren viele leider immer noch mit nicht mehr als sehr viel Animositäten…

Update, Darmstadt, April 2018 !

Nachdem es mir in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts gelungen war die Positiv-Symptomatik meiner Erkrankung in den Griff zu bekommen, lange bevor irgendwelche Fachleute oder wissenschaftliche Publikationen mir in Darmstadt und Umgebung irgendwelche Hinweise zu einer solchen Möglichkeit gaben, gelingt es mir inzwischen offensichtlich sogar meine Negativ-Symptomatik erfolgreich zu beeinflussen!

Dies war aussergewöhnlich gewesen, da in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts hier ja immer noch die Fachmeinung residierte, daß Psychotiker generell – ausser für eine medikamentöse Therapie – einer anderen Therapieform nicht zugänglich wären, weil sie letztlich eine Konfrontation mit ihrer Erkrankung nicht ertrügen.
Das Verfahren, daß ich dagegen intuitiv praktiziert habe, nennt man heute in Fachkreisen „kognitive Verhaltenstherapie“.
Obwohl man aktuell vielfach lesen kann, daß die kognitive Verhaltenstherapie heute eine stark beforschte Therapieform wäre und bereits 1952 von Prof. A.T.Beck auch für Schizophrene als für möglich in Erwägung gezogen wurde, praktizierte man in den folgenden 4 Jahrzehnten etwas völlig anderes.
Erst in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts begann man in Deutschland die kognitive Verhaltenstherapie auch für Schizophrene zu erforschen. Dabei stellte man dann die Wirksamkeit wissenschaftlich fest!

Ein anderer therapeutischer Umstand, der heute ebenfalls mehr Beachtung findet, ist der Umstand, daß man nach Möglichkeiten der Medikamentendosisreduzierung sucht. Die anfänglich häufig geleugneten Nebenwirkungen der Standardmedikation und der nicht erkennbare Nutzen höherer Dosierungen (Psychopharmaka beeinflussen zwar einige Symptome, aber heilen keinesfalls), brachten mich ebenfalls bereits in den 80ern des letzten Jahrhunderts dazu, intuitiv lieber mit dem möglichsten Minimum an Tabletten auskommen zu wollen. Das führte nicht zuletzt dazu, daß ich Frühwarnzeichen bei mir entdeckte, die mir anzeigten, wann meine aktuelle Dosierung zu niedrig war und daher erhöht werden sollte, damit ich in dieser Situation nicht gleich krankenhausreif krank werden müsste.

War ich letztlich auch ein Auslöser für diese aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen?

Mein überarbeiteter Artikel aus 2015:

Die Aussage „Arzt, hilf Dir selbst!“ erfährt in Deutschland die Steigerung zu „Patient, hilf Dir selbst!“.
Wo die erste Forderung schon eine Gemeinheit ist – versuchen Sie sich einmal einen Blinddarm selbst zu entfernen -, selbst als Arzt dürfte Ihnen das schwerfallen…
In der Psychiatrie wird mit den Menschen aber so umgegangen. Patienten bekommen nach einer Diagnose Psychopharmaka und werden anschließend im Wesentlichen noch verwaltet. Lange vorbei ist der Aufbruch der Psychiatriereform der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Schaffen es Patienten nach ihrer stationären Therapie in eine regelmäßige ambulante Therapieform zu kommen, führen die weiter anstehenden Probleme der Betroffenen am ehesten dazu, daß weitere, zusätzliche Medikamente verordnet werden.
Ein weit verbreitetes Problem ist so auch die im Allgemeinen viel zu hohe Dosierung der notwendigen Medikamente mit allen nachteiligen Folgen, und darüber hinaus die Gabe vieler, letztlich unnötiger und daher ausschließlich schädigender Feigenblatt-Medikamente.

Es ist längst bekannt, daß Patienten mit z.B. Psychosen neben ihren notwendigen Medikamenten zu einer erfolgreichen Rehabilitation auch intensive psychoedukative Maßnahmen benötigen.
Psychoedukation erfordert natürlich einen hohen, individuellen Einsatz vom Patient und auch vom Therapeut. Aber zweifelsfrei ist es nicht so, daß entsprechende Fachkräfte hier nicht trotzdem wichtige Unterstützung leisten könnten. Dies findet in Deutschland aber meistens nicht statt.
Und so verwahrlosen viele Patienten und werden von den Zynikern in unserer Gesellschaft nur noch als „Kostenfaktor“ betrachtet.

Das Martyrium der Kranken hört hier aber nicht auf: Nicht nur, daß ihnen persönliche Schuld zugerechnet würde, nein, ihre Diagnose ist sogar für viele Ärzte ein Freibrief dafür, einfach nichts mehr für ihre Patienten tun zu müssen, ausser eventuell weitere Medikamente zu verschreiben. Und so kommt es immer häufiger vor, daß Symptome nicht mehr ernst genommen werden, oberflächlich als ausschließlich der Psychose geschuldet oder sogar als nicht weiter wichtig betrachtet werden, und dann sterben diese Patienten u.U. verfrüht an ganz anderen Krankheiten, als ihrer psychischen Erkrankung, die aber in diesem Umfeld einfach nicht mehr aufgedeckt worden sind.

Es gibt allerdings Patienten, die sind tatsächlich in der Lage mit minimalster Unterstützung die psychoedukativen und sonstigen therapeutisch notwendigen Maßnahmen zur persönlichen Rehabilitation selbst zu erbringen, sie werden sogar wieder voll arbeitsfähig, schaffen, wie ich, gar einen beruflichen Aufstieg, – sie sind zum Schluß einfach gesund mit Tabletten und einer selbst entwickelten, individuellen Psychotherapie, dessen Beispiel dem einen oder anderen dann auch von irgendwelchen Experten, die davon Wind bekommen haben, weiter empfohlen wird.

Sogar in der Medizin ist nun also die Amateurforschung nicht mehr weg zu diskutieren!

Aber der Normalfall ist das bei einer solchen Diagnose natürlich nicht. Und dabei bleibt natürlich auch noch das große Problem jener anderen Krankheiten bestehen, die sich ereignen können und unter dem Deckmantel der nicht nur in medizinischer Hinsicht gesellschaftlich ausserordentlich bequemen Diagnose „Psychotiker“ verborgen bleiben, nicht selten mit lebensbedrohlichen Folgen.

Eine daraus resultierende und auf jeden Fall immer länger werdende Liste an nicht therapierten Folgeerkrankungen belasten Patient und Gesellschaft.
Und so fallen diese Menschen u.U. trotz ihrer beachtlichen, therapeutischen Leistungen wieder aus dem Arbeitsprozess heraus, – völlig unnötigerweise -, oder sterben sogar verfrüht an eher harmlosen, therapierbaren Krankheiten. Psychotiker z.B. haben letztlich ohnehin eine statistisch verringerte Lebenserwartung.

Die Erfahrungen solcher Patienten wiederum, die nachweislich überdurchschnittlich gut mit ihrer Erkrankung zurecht gekommen sind, wurden in Deutschland aber ebenso lange nicht genutzt.
Nicht zuletzt berufsständische Arroganz verhindert auch heute noch die Einbeziehung solcher Patienten in den Therapiealltag, und heute eben auch von EX-IN-Genesungsbegleitern, etwas, daß es so z.B. in angelsächsischen oder skandinavischen Ländern nicht so ausgeprägt gibt.

EX-IN verfügt heute in seinem Hintergrund über eine europäische, wissenschaftliche Initiative mit weltweiten Bezügen, die nun endlich auch in Deutschland langsam Fuß fasst. EX-IN-Deutschland hat seinen Sitz im norddeutschen Bremen und Hannover.

Langsam zieht auch endlich das Rhein-Main-Neckar-Gebiet nach.
EX-IN-Genesungsbegleiter können heute zunehmend ihre Erfahrungen in den Genesungsprozess vieler einbringen und werden mehr und mehr anerkannt. Ihr Engagement nimmt dabei auch immer mehr Einfluß auf die wissenschaftliche Beurteilung und Behandlung dieser Krankheiten!

Es hat sehr lange gedauert, aber nun hat auch das deutsche Gesundheitssystem zumindestens damit begonnen seine Chancen durch die qualifizierte Mitarbeit von EX-IN-Genesungsbegleitern wahrzunehmen.
Auch wenn Profis in der klinischen Praxis sich heute oft noch lange nicht, oder auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft befinden, den EX-IN-Genesungsbegleiter heute zweifellos darstellen, und ihre Mitarbeit daher leider oft mehr oder weniger rigoros ablehnen. Die größte Barriere ist meiner Erfahrung nach die Pflegedienstleitung der Krankenhäuser, die möglicherweise einen Ansehensverlust ihrer Kompetenzen befürchtet, statt die Chancen einer trialogischen Arbeit zu sehen, die alle Seiten bereichert, und jeglichen Heilungserfolg zweifellos steigert. Leider stellen sich auch die hiesigen Klinikchefs solchen Innovationen in ihrem Verantwortungsbereich heute noch immer lieber entgegen.

© 2015-2020 Andreas Wendel