Das Magenta-Horn – der Plot

Schon einige Zeit bin ich in diesem Teil des Universums unterwegs.
Um mich herum gibt es einige Galaxien, die bereits ausserordentlich kalt geworden sind.
Ich stosse auf ein verkürztes, füllhornartiges Objekt, magentafarben, mit einer leicht gewölbten Membran im Bereich der großen Öffnung, – das Magenta-Horn.

Es liegt still zwischen diesen kalten Galaxien, es ist ziemlich bekannt, auch ich habe es recht gezielt aufgesucht.
Ich erhoffe mir etwas über diese Frau zu erfahren, die ich schon seit einiger Zeit verfolge.
Langsam nähere ich mich der Membran. Ich überlege noch. Dann vertraue ich darauf, daß ich diese Membran einfach nur langsam durchfliegen muss.
Tatsächlich, meine Intuition passt. Es öffnet sich ein kleines Loch, dass schnell genug grösser wird, während ich es langsam durchfliege. Unmittelbar nach mir ist die Membran auch gleich wieder verschlossen.
Ich befinde mich jetzt unmittelbar in einer grossen Halle, oben links und rechts mit Backenzähnen, die mit Goldfüllungen versehenen sind, ausgestattet, ein großer, menschlicher Rachen. Ich bewege mich kontinuierlich tiefer hinein, bis ich in eine weitere Halle hinter einer Tür gelange.
Mein Schiff ist nun nicht mehr sichtbar. Ich bewege mich nun ganz menschlich auf meinen Beinen in dieser laborartigen Halle.
In der Halle halten sich rechts von mir menschenartige Erscheinungen auf, der vordere von ihnen, mit einem weißen Laborkittel bekleidet, beachtet mich nur beiläufig, während ich auftauche. Links von mir gibt es eine barartige Installation. Während ich „Hallo!“ sage, steuere ich diese Bar an.
„Du hast es weit gebracht…“ spreche ich in den Raum und nicke ein wenig anerkennend. Das Magenta-Horn ist ein Lebewesen menschlichen Ursprungs, daß sich mit viel Technik zu einem mächtigen und sehr großen Cyberorganismus fortentwickelt hat, daß nun auch in dieser ausserordentlichen schwierigen Umwelt weiterhin lebensfähig ist.

© 2020 Andreas Wendel